Deutsche Bahn

DB Station&Service AG

Bahnhöfe im Portrait

Auf dieser Seite stellen wir Ihnen einige unserer Bahnhöfe vor.


Historische Pracht im modernen Kleid

Wer der Kultur wegen nach Dresden fährt, sollte mit dem Zug anreisen. Beim Aussteigen befindet man sich direkt in einer der herausragenden Sehenswürdigkeiten der Elbmetropole: dem Hauptbahnhof.

Wie vereint ein einziges Gebäude den Prunk vergangener Epochen und moderne Ansprüche an Funktionalität? Der Dresdner Hauptbahnhof beweist jeden Tag, dass der Spagat gelingen kann. Nach umfassenden Sanierungs- und Umbauarbeiten sowie überstandener Überschwemmung hat sich die Last der Historie an dem denkmalgeschützten Sandstein-Ensemble in eine lichte, beschwingte Leichtigkeit verwandelt.

Nun empfängt der Dresdner Hauptbahnhof die Besucher der Stadt mit einer atemberaubenden Symbiose aus neu erstrahlendem Historismus und kühnem Futurismus. 

Seit seiner Erbauung im Jahr 1898 nahm der Dresdner Hauptbahnhof eine Sonderstellung ein. Er war zugleich ein Kopf- und Durchgangsbahnhof. Ein, wie man heute weiß, richtungsweisendes Konzept. So konnten bereits um 1900 die Fernzüge von Wien und Prag zügig die Stadt in Richtung Berlin durchqueren. 

Nach schweren Kriegsschäden und jahrzehntelanger notdürftiger Instandhaltung in der DDR war es ab dem Jahr 2000 an der Zeit für umfassende Wiederherstellungsarbeiten. Das fein erneuerte Ensemble des ausgehenden 19. Jahrhunderts aus Stuck und Stahlbögen ließ der britische Architekt Lord Norman Foster mit einem riesigen Membrandach aus 0,8 Millimeter dicker teflonbeschichteter Glasfaserfolie überziehen, durch das nun in alle Hallen mild gefiltertes Tageslicht fällt. Über diesem „Hightech-Zelt“ schmückt seit 2006 wie anno 1898 die stolze Saxoniastatue das Hauptportal und zeugt vom Sinn für sächsische Prachtentfaltung. Ebenso wie der im Stil des Neobarock errichtete Königspavillon, in dem die Staatsgäste des Königshauses empfangen wurden. Und in erhabenen hellen Farbtönen strahlt die Empfangshalle im Stil der Neorenaissance. Ein italienischer Raum als „Tor zu Elbflorenz“.

2014 erhielt der Bahnhof von der Allianz pro Schiene den Titel „Bahnhof des Jahres“ in der Kategorie Großstadtbahnhof.


Der idyllische Kleinstadtbahnhof

Das Empfangsgebäude des Hünfelder Bahnhofs wurde 1865/66 in den Formen des Klassizismus errichtet und ist in seiner ursprünglichen Architektur unverändert erhalten geblieben. Gleich hinter den Gleisen beginnen Wiesen und Felder des Biosphärenreservates Rhön.

Mit einem Reisebüro im Inneren und dezenten Tafeln zum Stadtzentrum sowie zu Wanderwegen außen bietet der Bahnhof ein rundum durchdachtes Gesamtkonzept. Damit macht Hünfeld, die Wahlheimat des Computer-Erfinders Konrad Zuse, seinem Ahnherren alle Ehre.

Das Ende der Unterführung bringt das klassizistische Empfangsgebäude und einen gepflegten Vorplatz ans Licht. Alles in einem harmonischen Konzept arrangiert. Im Jahr 2012 begann die Stadt Hünfeld mit den Umbauarbeiten, schaffte barrierefreie Zugänge, renovierte das Gebäude, baute den Lokschuppen zum Veranstaltungszentrum aus. Sogar das Stellwerk ist mit Typografie zum Thema Freiheit verziert. Überhaupt spielt Kunst eine große Rolle, eine Galerie hat sich im Empfangsgebäude eingemietet.

2014 erhielt der Bahnhof von der Allianz pro Schiene den Titel „Bahnhof des Jahres“ in der Kategorie Kleinstadtbahnhof.

Hünfeld Bahnhof Teaser

Der erste Fahrradbahnhof Deutschlands

Die niedersächsische Studentenmetropole ist Vorreiter für Fahrradfahrer, Fußgänger und Flaneure und setzt neue Maßstäbe in Sachen Verkehr und Umwelt.

Der Bahnhof Göttingen ist nicht umsonst zum Großstadtbahnhof 2013 gekürt worden. Zahlreiche Bahnkunden nominierten den Bahnhof als den fahrgastfreundlichsten und fortschrittlichsten Bahnhof Deutschlands. Warum? Ganz klar, Göttingen ist einer der ersten Fahrradbahnhöfe Deutschlands. So befindet sich am Bahnhof ein Fahrradparkhaus mit Fahrradwaschanlage und angeschlossener Werkstatt. Das erleichtert Pendlern und Fahrgästen nicht nur das Umsteigen, sondern unterstützt auch den umweltfreundlichen Verkehr.

Ein Bahnhof wächst mit seinen Aufgaben

Von Ende der 1990er Jahre bis 2006 befand sich der Bahnhof Göttingen im steten Wandel und aus dem historischen Bahnhofsgebäude von 1854 wurde das Beste herausgekehrt. Als studentisch geprägte Stadt ist ein Großteil der Göttinger Bevölkerung auf zwei Rädern unterwegs, ein Umstand der sich vor allem beim öffentlichen Nahverkehrsknotenpunkt bemerkbar machte. Im Zuge der Sanierung ist der Vorplatz des Bahnhofs aus der Umklammerung teils schrottreifer Fahrräder befreit worden und ermöglicht nun Fahrradfahrern ihr Zweirad standesgemäß abzustellen. Vor der schönen Sandsteinfassade ist ein harmonisch orchestrierter Platz entstanden, der mit seiner Palmenbepflanzung fast schon mediterranes Flair heraufbeschwört.

Göttingen-Bahnhöfe im Portrait

 

Taunusstadt in der Rhein-Main-Region

Die optimale Verbindung zwischen Fern- und Nahverkehr – ein Pendlerparadies im Taunus.

Der Bahnhof im hessischen Taunusstädtchen Oberursel zeigt, dass ein Kleinstadtbahnhof mit historischem Fachwerkbau nicht nur idyllisch, sondern durchaus auch funktional und fahrgastfreundlich sein kann.

Der Bahnhof ist optimal auf die Bedürfnisse der zahlreichen Pendler eingestellt, die die Haltestelle Oberursel tagtäglich frequentieren. Nicht nur das Umsteigen ist dank optimaler Beschilderung gut organisiert, das historische Gebäude mit seinen Giebeln und historischen Säulen des S-Bahn-Daches bietet auch etwas fürs Auge.

Das 1860 eröffnete Bahnhofsgebäude hat schon viele Veränderungen erlebt, die letzte Sanierung machte den Bahnhof allerdings zu dem Pendlerparadies, das es heute ist. Der Bahnhof Oberursel hebt sich heute deutlich von vielen vorstädtischen Umsteigebahnhöfen ab, die täglich Tummelplatz tausender Pendler sind.

Glanzstück der Superlative

Berlin Hauptbahnhof

In Berlins neuer Mitte – vis-à-vis dem Bundeskanzleramt, nahe dem Reichstag und unweit des Brandenburger Tors – eröffnete am 26. Mai 2006 nach elfjähriger Bauzeit mit dem neuen Hauptbahnhof ein ganz besonderes Bauwerk. Mit Milliardeninvestitionen der EU, des Bundes, des Landes Berlin und der Deutschen Bahn AG war es gelungen, die Hauptstadt Deutschlands pünktlich zur Eröffnung der Fußballweltmeisterschaft mit der Nord-Süd-Verbindung und dem Berliner Hauptbahnhof wieder die kontinentale Bahnmetropole werden zu lassen, die sie vor der deutschen Teilung gewesen war.

Die Hamburger Architekten von Gerkan, Marg & Partner entwickelten auf dem Gelände des stillgelegten und in den 50er Jahren gesprengten Lehrter Bahnhofs die eindrucksvolle Gestalt des neuen Verkehrsknotenpunktes: eine aus fünf Ebenen bestehende und doch filigrane Konstruktion aus Metall und Glas, weiträumig und von Licht durchflutet. Ein raffiniertes System großer Öffnungen in den Decken aller Ebenen lässt Tageslicht bis zu den unteren Gleisen gelangen.

Das Zusammenwachsen Europas, von Ost und West, Süd und Nord ist das prägende Thema des Bahnhofsbaus auf dem ehemaligen Mauerstreifen. Die 180 Meter lange und 42 Meter breite Bahnhofshalle kreuzt das 321 Meter lange gläserne Ost-West-Dach und unterstreicht damit architektonisch den vorgegebenen Gleisverlauf. Die Gleise der Nord-Süd-Verbindung, 15 Meter unter der Erde, und die Gleise der Ost-West-Verbindung, 10 Meter über dem Straßenniveau, bilden dabei Europas größte Kreuzung. Ein weiteres Highlight sind die zwei 46 Meter hohen und als Bürokomplex dienenden Bügelbauten, die die Stadtbahn überspannen. 

Mit etwa 300.000 Reisenden und Besuchern täglich ist der Berliner Hauptbahnhof heute einer der größten Personenbahnhöfe Deutschlands. Er wurde im Jahr 2007 von der Allianz pro Schiene als Bahnhof des Jahres ausgezeichnet.

Berlin Hauptbahnhof

Modernes Juwel mit historischem Charme

Bahnhof Obstfelderschmiede-Lichtenhain

Obwohl die Reise auf die Höhen des Thüringer Walds eher altmodisch in der Holzklasse stattfindet, können Reisende in Obstfelderschmiede und Lichtenhain eine moderne Smartphone-Tour absolvieren. Per kostenfreiem WLAN sind alle Infos zu Berg- und Talstation online abrufbar, sogar Einblicke in sonst verschlossene technische Bereiche eröffnen sich dem neugierigen Interessenten.

Auf der Hochebene im Oberweißbacher Ortsteil Lichtenhain bieten sich dem Ausflügler verschiedene Möglichkeiten: Familien mit Kindern zieht es gerne zu einem Rundgang durch den vom Bahnhof gut ausgeschilderten benachbarten „Fröbel-Wald“ – der Erfinder des Kindergartens Friedrich Fröbel ist zweifellos der größte Sohn der Stadt. 

Hungrige Reisende werden sieben Tage in der Woche in der Talstation mit bewährten Thüringer Spezialitäten versorgt. Eine im stilechten Blechnapf servierte Soljanka nach uraltem DDR-Rezept begeistert hier aufgrund ihrer gediegenen, unprätentiösen Einfachheit. Ein umgebauter Mitropa-Speisewagen bittet während der Sommermonate auch oben auf dem Berg zu Tisch. 

Die Bahnhöfe Obstfelderschmiede und Lichtenhain haben alles, was ein Tagestourist auf der Rundreise von Erfurt oder Weimar braucht. Die beiden Bahnhöfe führen nicht nur zu Sehenswürdigkeiten, sondern sind auch selber welche. Ein Glück, dass die Oberweißbacher Bergbahn Mitarbeiter hat, die dieses Juwel über die Ära der Wende hinwegretten und mit moderner Technik ausstatten konnten, ohne dabei den historischen Charakter aus den Augen zu verlieren. In Obstfelderschmiede/Lichtenhain ist die Zeit stehen geblieben – im allerbesten Sinne des Wortes.

Obstfelderschmiede-Lichtenhain

Farbenfrohe Reisefantasie

Die Kleinstadt Uelzen am Rande der Lüneburger Heide kann seit dem Jahr 2000 mit einer wahren Touristenattraktion aufwarten: einem „Umwelt- und Kulturbahnhof“ aus Meisterhand.

Der österreichische Maler und Architekt Friedensreich Hundertwasser persönlich konnte im Rahmen der Weltausstellung EXPO 2000 dafür gewonnen werden, das sanierungsbedürftige und recht klobige Backsteingebäude aus dem 19. Jahrhundert zu einem farbenprächtigen Gesamtkunstwerk umzugestalten. Runde Formen überall, verspielte Mosaike, begrünte Dächer, schillernde Keramiksäulen und goldene Kugeln sorgen nun für das spezielle leichte Hundertwasser-Raumgefühl irgendwo zwischen Kinderfantasie und 1001 Nacht. Sie machen den Bahnhof Uelzen zu einem Ort schwebender Harmonie, an dem man am liebsten möglichst lang verweilen möchte.

Über 3,6 Millionen Besucher haben sich bereits einen eigenen Eindruck verschafft und sind für eine Bahnhofsbesichtigung nach Uelzen gereist. Es werden mehrmals wöchentlich Führungen angeboten, denn es gibt viel zu Staunen: Selbst die Toiletten sind in Uelzen kleine Kunstwerke der form- und farbverliebten Lebensfreude. Kein Wunder, dass die Jury des Vereins „Allianz pro Schiene“ den Bahnhof im Jahr 2009 als schönsten Bahnhof in der Kategorie Kleinstadtbahnhof auszeichnete.

Das Besondere an Hundertwassers Verschönerungsmaßnahme am alten Backsteinbau: Alles von ihm Hinzugefügte könnte auch ohne Schaden an der ursprünglichen Bausubstanz wieder entfernt werden. Für den kurz vor der Eröffnung seiner Uelzener Kreation im Jahr 2000 verstorbenen Wiener Meister war dies eine einfache Frage des Respekts gegenüber Vergangenheit und Zukunft. Doch mit baulichen Korrekturen ist in Uelzen wohl nicht zu rechnen. Viel zu glücklich ist man in der Lüneburger Heide darüber, dieses weltweit einmalige Juwel der Bahnhofsarchitektur sein Eigen nennen zu können.

Uelzen Bahnhof Teaser

 

 

Lässt Wandererherzen höher schlagen

Nächster Halt: Landidylle. Wie ein Bahnhof es schafft Touristen und Anwohnern gerecht zu werden.

Für viele Touristen ist das Bahnhofsgebäude Murnau die erste Etappe für einen erholsamen Wanderurlaub am Staffelsee in Bayern. Eine urige Landidylle vermitteln nicht nur die Blumenkästen an der lachsfarbenen Fassade, auch im Inneren geht es heimelig weiter.

Seit 2008 wurde der Bahnhof in seine heutige Form gebracht. Nicht nur an den Schienen wurde gearbeitet, auch ein Park&Ride-Parkplatz für Anwohner und Pendler ist eingerichtet. Im Zuge der Ski WM in Garmisch-Partenkirchen im Jahre 2011 wurde der Bahnhof modernisiert und ausgebaut, die Güterhalle abgerissen und das Gelände rund um den Bahnhof umfunktioniert.

Der Bahnhof Murnau wurde zu einem Bürgerbahnhof umgebaut und das Empfangsgebäude komplett modernisiert. Und das Ergebnis kann sich sehen lassen: neben einem gemütlichen Bahnhofscafé verfügt der Bahnhof auch über einen touristenfreundlichen Automaten mit kostenloser Hotelverbindung.

Bahnhof Murnau

Stille Alltagsschönheit

Marburg ist immer eine Reise wert und wer den Zug nimmt, kann den Marburger Bahnhof als eine helle stille Alltagsschönheit mit großzügigem Bahnhofsvorplatz erleben.

So steht der umgebaute Bahnhof wie eine Insel des Neuanfangs inmitten der Planungssünden der 70 Jahre, bei denen Marburg vor allem als autogerechte Stadt gesehen wurde. Ab sofort kommen auf dem neuen Vorplatz alle gleichberechtigt zum Zug: Fußgänger, Radfahrer, Busreisende oder Autofahrer, die schnell jemanden zur Bahn bringen wollen.

Dabei haben die Bauherren nirgendwo auf Luxus gesetzt: Marburgs denkmalgeschützter Bahnhof will nicht mit Dresden, Leipzig oder Bremen konkurrieren. Marburg ist freundlich, sehr sauber und wunderbar hell. Aber vor allem ist dieser Bahnhof eines: zu einhundert Prozent alltagstauglich. Das betrifft die mit bunten Mosaikbildern geschmückte Unterführung ebenso wie die großzügigen, fast großstadttauglichen Aufgänge zu den Gleisen. Die geschmackvoll erneuerte Eingangshalle genauso wie die eingepassten Businseln in der Mitte des Vorplatzes.

Mustergültig ist in Marburg auch die Barrierefreiheit gelöst: Angefangen mit Brailleschrift an Schildern und Treppengeländern bis hin zu taktilen Streifen, die in den Boden eingelassen sind, werden Seheingeschränkte sicher vom Bahnsteig durch das Gebäude geleitet. Auf dem Vorplatz, der in ein paar Jahren mit größeren Bäumen an eine italienische Piazza erinnern wird, sichert eigens eine barrierefreie Fußgängerampel das Überqueren der verkehrsberuhigten Zone zu den Bushaltestellen in der Mitte. Für weitere Hilfestellungen sorgt aufmerksames und gut geschultes Personal.

Wie es sich für eine Universitätsstadt gehört, kultiviert Marburg das Wohnen im Bahnhof: ein preiswertes, aber gastliches Hostel, Studentenwohnungen im Obergeschoss des Bahnhofs, Leihfahrräder des Asta auf dem Gelände – all das schafft eine Brücke zur Universität und befördert das Gefühl, dass in Marburg die Stimme der mobilen Vernunft gehört wird.

2015 erhielt der Bahnhof von der Allianz pro Schiene den Titel „Bahnhof des Jahres“.

Bahnhof Marbug(Lahn)